Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Daten

Ich sprach mit niemanden über meinen Plan, in die No-go-Area zu reisen. Mir war klar, dass eine solche Unternehmung geheim halten werden muss. Verblüfft war ich allerdings über folgende Notiz (mit dem Kürzel ADI versehen), die mir nach der Rückkehr von meiner Reise zugespielt wurde:

ADI

„Reise: From to. By Air Mail. Luftpost. Par Avion. Frankfurt Rhein-Main, Richtung Birmingham. Vorsicht: Vienna connections, austrophil. Sicher: Abflug 15. August. Fluglinie: BA, British Airways. Tatsächliches Reiseziel: No-go-Area. Name: Randal Weber. Geboren am 11. September 1966. Nationalität: deutsch. Beruf: Journalist. Schreibt über die No-go-Area. Absicht: Will alleine die No-go-Area betreten. Security: Stufe 1; ADI.“

Wer wusste schon im Vorfeld von meiner Reise? Wer fertigte diese Notiz an? ADI? War damit einer der erwähnten Geheimdienste zur Abschirmung der No-go-Area gemeint? Die Daten waren korrekt, bis auf den Namen Weber, den ich schon lange als Künstlernamen trug und diesmal als geschickten Decknamen verwenden wollte. Aber das konnte ja wirklich niemand wissen.

Im Nachhinein wird mir immer deutlicher, dass man nicht unbemerkt in die No-go-Area gelangen kann. Warum mich trotz Observation niemand daran hinderte, in die No-go-Area einzureisen, ist mir bis heute ein Rätsel geblieben. Hielt jemand seine schützende Hand über mir? Galt das Reiseverbot womöglich doch nur pro forma? Oder schaute man zu, wie die meisten Reisenden in ihr sicheres Verderben stürzten?

ADI, bzw. niemand kann unbemerkt in die No-go-Area gelangen.