Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Frankfurt

Frankfurt (Main) Flughafen: Vor dem Abflug in die No-go-Area. Habe meine Billets von Zürich Kloten und Wien Schwechart verfallen lassen. Frankfurt ist am unauffälligsten, ich könnte ein x-beliebiger Tourist sein. Der Name des Fluggastes ist nicht übertragbar. „Euro-Traveller“ heißt es auf der Einsteigekarte. Offiziell reise ich nach Birmingham, Great Britain. In Wirklichkeit heißt mein Reiseziel No-go-Area.

Aus Sicherheitsgründen darf das Reisegepäck keine Spezialkoffer mit installierten Alarmvorrichtungen oder pyrotechnischem Material, keine radioaktiven Materialien, keine Feuerwerke sowie keinerlei Krankheitserreger enthalten. Der Sicherheitsbeamte deutet mit fragendem Blick auf mein Gepäck. „Keine gefährlichen Gegenstände im Gepäck!“, erkläre ich ihm. „Und was ist das?“, fragt er. „Ein Kreiselkompass“, antworte ich höflich.

Der Beamte mustert mich auffällig lange. Ich befürchte, dass er Bescheid weiß. Auch meine Kamera muss ich vorzeigen. Ich schraube das Objektiv ab: „Nein, keine Bombe eingebaut, ist alles in Ordnung. 11. September?“ Der Sicherheitsbeamte nickt und lässt mich mit schließlich passieren. „Gute Reise“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Ich besteige das Flugzeug. Nach geraumer Wartezeit erhebt es sich vom Erdboden, liegt alsbald schwer in der Luft. „Gute Reise“, wünscht nun auch der Flugkapitän.

Die Triebwerke der Maschine leisten gleichmäßig Schub. Frankfurt verschwindet unter einer Wolkendecke. „Gute Reise“, murmle ich und lächle. In der Ferne und doch so nah weiß ich die No-go-Area. Das ist sehr viel mehr als nur ein romantisches Gefühl ...

In der Ferne und doch so nah liegt die No-go-Area.