Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Anreise

Die No-go-Area ist am einfachsten par avion zu erreichen. Allen Reisenden, die es besonders eilig haben, sei ein Fallschirmabsprung empfohlen: Wenn das Flugzeug über dem Planquadrat (in diesem Fall Plandreieck) angelangt ist, das man als No-go-Area geortet hat, kann man sofort abspringen. Auf No-go-Flüge spezialisierte Reiseunternehmen bieten dazu inzwischen den passenden Komplettservice an. Rund um die Uhr und rund um den Erdball wird da in Richtung No-go-Area geflogen. Fallschirme sind auf diesen Flügen stets griffbereit, der Pilot wartet nur auf ein Zeichen des No-go-Reisenden, um die Maschine in eine gute Absprungposition zu bringen.

Auf Wunsch schießt der Pilot ein hochauflösendes Polaroid vom ausgewählten Absprunggebiet. So ein Foto kann sehr nützlich sein, schließlich gibt es noch kein offizielles Kartenmaterial zur No-go-Area. (Handelsübliche Karten von den Britischen Inseln reichen übrigens nicht aus!) Mein Rat: unbedingt ein Polaroid anfertigen lassen.

Ich selbst entschied mich für eine Anreise via Birmingham. Kein Fallschirmabsprung, im Gegenteil. Nach der Landung ging es größtenteils weiter by bike. Diese eher ungewöhnliche Art der Annäherung an die No-go-Area schien mir besonders unauffällig. Sie ist natürlich beschwerlicher als der gezielte Fallschirmabsprung. Die Reise erhält so aber auch jenes tieferschürfende Element von Pilgerweg à la Santiago de Compostela. Und wer auf einem Pilgerweg ist, dessen Bewusstsein verändert sich. Was durchweg zum Verständnis von No-go-Area und TABU beitragen kann.

Vorsicht!

P.S. Es soll nicht der Eindruck erweckt werden, die No-go-Area könnte nicht auch an ganz anderer Stelle geortet werden. Ich beharre nicht auf der Isle of Man! „A Journey to the No-go-Area“ will für Nachahmer höchstens Paradigma sein. Es könnte durchaus sein, dass es mehrere No-go-Areas gibt.

Schwer zu beweisen: möglicherweise gibt es mehr als nur eine No-go-Area.