Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Andeutungen

Der Buchführung wegen eine kurze, sicherlich subjektive Beschreibung der No-go-Area, die ich aus Notizen und Reiseeindrücken zusammengestellt habe. Diese Beschreibung will weder werten, noch das TABU brechen. Sie ist als Hilfestellung gedacht, das Unbegreifbare begreifbar zu machen, Begriffe für den Versuch einer Reise in die No-go-Area und die No-go-Area als Phänomen zu finden. Objektivität trotz aller Subjektivität heißt das Ziel:

„Die Straßen in der No-go-Area sind mit einem schwarz-weißen Film überzogen. Bei genauerem Hinsehen ist eigentlich alles schwarz-weiß in der No-go-Area. Ein schwarz-weißer Film liegt über den Häusern, steckt in den Ritzen, hängt in der Luft, Schwarzweiß an allen Ecken und Enden.
Schwarz-weiß wie ein Schwarzweißfoto liegt die No-go-Area vor einem, und kaum, dass man die Schwelle zur No-go-Area überschritten hat, spürt man, wie schwer es ist, sich diesem Schwarzweiß in absehbarer Zeit wieder zu entziehen. Man gewinnt den Eindruck, selbst Bestandteil dieses schwarz-weißen Einerleis zu werden.“

Schwarz-weiß ist die „Farbe“ der No-go-Area. Wo gerade noch Farbe war, ist plötzlich alles schwarz-weiß, just in dem Moment, in dem man die No-go-Area betritt, wird man wird selbst schwarz-weiß. Die Vorstellung, mit Haut und Haar Bestandteil der No-go-Area zu werden, mag beim ersten Lesen übertrieben wirken. Wer aber den Identitätsverlust in der No-go-Area selbst erlebt hat, weiß, dass die vorliegende Beschreibung ganz und gar der Realität entspricht.

Schwarz-weiß ist die Farbe der No-go-Area.