Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Mysterium

Eisenbrücken, filigran in die Landschaft gestellt. Überbrücken Zwischenräume, führen hinüber, an andere Ufer, überwinden Grenzen. Allerdings rosten diese Brücken, betreten nur auf eigene Gefahr. Rostende Eisenbrücken sind Teil der No-go-Area. Wie die Strichcodes und Pfeile sind sie augenfällige Wahrzeichen der No-go-Area: Zeitzeugen einer Epoche, die schon sehr lange vergangen scheint. Rost, viel schwarzer Rost. Doch in der No-go-Area gehen die Uhren anders, die Zeit steht nicht still und vergeht doch stiller als anderswo. Seit ich die No-go-Area betreten hatte, hatte ich den Eindruck, als würde ich von dieser Stille tiefer und tiefer in die No-go-Area hineingeführt. Und der Rost ist ein Zeichen für Leben, während die Rostfreiheit an den Tod erinnert.

Die No-go-Area ist ein merkwürdiges Land. Kein Land im vertrauten Sinn, sondern eben Area, ein Gebiet, in dem ganz eigene Gebote gelten. „Die No-go-Area am besten nicht betreten“, hatte ich irgendwo gelesen. Wie mysteriös das klingt! Und genau dort, im Geheimnisvollen, schwer Erklärbaren, liegt für mich die Faszination der No-go-Area. Aber wem lässt sich schon vermitteln, dass Verbote und rostende Eisenbrücken einen unbestimmten Zauber ausüben? Und mehr noch: es ist wahrscheinlich, dass einer, der Rost und Grenzüberschreitungen liebt, auch die No-go-Area lieben wird. Die No-go-Area, ein Mysterienspiel?

Elementar: Eisenbrücken sind elementarer
Teil der No-go-Area, wie Strichcodes und Pfeile.