Ralf Stieber: Nichts oder: A Journey to the No-go-Area

Nachwort

Nach der Fertigstellung von „A Journey to the No-go-Area“ werde ich das befremdlich Gefühl nicht mehr los, die No-go-Area sei nicht mehr vorhanden, habe sich, nachdem ich sie wieder verlassen hatte, spurlos aufgelöst. Die No-go-Area – no area at all? Doch ein „Schwarzes Loch“, das sich kontinuierlich selbst verzehrt? Implodierende Virtualität? Eine dreiste Erfindung, die mit Wirklichkeiten nichts zu tun hat? Im besten Fall in die Realität hineinkopierte Realität? Ein Gedankenspiel? Ein Kunstprodukt, Copy Art, nicht mehr? Doch nur der schöne Schein?

Selbst wenn dies sein sollte, hoffe ich auf den Fortbestand der No-go-Area. Ich bin der Ansicht, die No-go-Area müsste erfunden werden, wenn es sie nicht schon gäbe. Zugleich bitte ich, gleichsam anstelle eines Nachworts, förmlich um

Nachsicht!

Denn absolute Einsicht ist nicht möglich. Die Kluft des Dazwischen kann nicht überwunden werden, weder mit Bildern noch mit Worten, davon bin ich inzwischen überzeugt. Der Fotograf Andreas Feininger sagte andererseits nicht zu Unrecht: „Fotografie, die Sprache des Sehens, überbrückt die Kluft zwischen Sprache und Buchstaben ...“ Hierin könnte ein Ansatz für eine zukünftige und noch weitergehende Beschreibung der No-go-Area liegen.

Wer sich die No-go-Area erliest, sollte daher im Rückblick auf „A Journey to the No-go-Area“ noch einmal genau die Wechselwirkungen von Wort und Bild Revue passieren lassen. Wort und Bild zusammen lassen dann vielleicht implizit doch noch den Wesenskern der No-go-Area und die phänomenale Kraft wortbildlicher Darstellungen erahnen ...

Die No-go-Area – nicht mehr als ein Gedankenspiel?
Doch nur der schöne Schein?